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Impuls für die Woche

22.05.22

Warum nicht das Naheliegendste tun?

Es war bei einem Ausflug an einem Sonntagnachmittag. Der kleine Junge hatte Schuhe und Strümpfe ausgezogen und spielte im Bach. Er wollte einen Staudamm bauen. Schon hatte er mehrere Steine aufeinander gebaut; ein ganz großer Stein, den er am Uferrand gefunden hatte, sollte dem Ganzen in der Mitte Halt verleihen. Der Junge zog und zerrte an dem Stein, aber der große Brocken rührte sich nicht von der Stelle.
Der Junge überlegte. Dann benutzte er einen dicken Knüppel als Hebel, um den Stein zu bewegen, doch das Holz rutschte ab. Ratlos betrachtete der Junge den Stein. Das musste doch zu schaffen sein!
Da bemerkte der Junge, dass ihn sein Vater schon eine Weile beobachtet hatte. „Was soll ich jetzt machen?“, fragte er. „Es gibt noch etwas was du nicht probiert hast“, meinte der Vater ruhig. „Etwas was ich noch nicht probiert habe?“ Der Junge grübelte. Hatte er irgendetwas übersehen? Irgendeine Möglichkeit ausgelassen? Was meinte der Vater bloß? „Was habe ich denn noch nicht probiert?“, fragte er schließlich kleinlaut. Der Vater lächelte: „Du hast mich noch nicht um Hilfe gebeten.“

Wir schmunzeln vielleicht über den Jungen – aber geht es uns manchmal nicht ganz genauso? Wir sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr - oder anders gesagt: wir sind blind für die naheliegendste Lösung.
In der Bibel gibt es die dramatische Geschichte, in der die 12 Jünger von Jesus in einen lebensbedrohlichen Sturm geraten auf dem See Genezareth. Während die Jünger sich gegen den Untergang stemmen, liegt Jesus hinten im Boot in einem geschützten Bereich und schläft.
Erst als die Männer am Ende sind mit ihrer Seemannskunst und schon mit dem Leben abgeschlossen haben, tun sie das Naheliegendste: sie wecken Jesus auf! Und fragen ihn irritiert, ob es ihn denn gar nicht interessieren würde, dass sie im Sturm umkommen.
Da stellt sich Jesus dem Sturm – und ruft in den tosenden Wind: „Schweig still!“ Und im Nu ist es windstill. Der Wellengang beruhigt sich und die Jünger können mit dem Boot sicher ans Land.
Vielleicht funktioniert das nicht immer so, wie in der biblischen Geschichte; dennoch bleibt es die naheliegendste Lösung, sich im Gebet an Jesus zu wenden mit allem, was uns bewegt, beschäftigt oder sogar bedroht. Er ist immer nur ein Gebet weit entfernt. Probieren Sie es aus! Es lohnt sich!

Werner Süs, Pastor